#560 Ein kleines {ok, etwas größeres} Backmärchen vom Sauerteig

Freitag, 28. Juni 2013

Vorwort:
Wie ihr vielleicht wisst, backe ich meine Brote und Brötchen schon lange selbst. Ich bin aber nun gebeten worden, die Schritte während des backens (m)eines Sauerteigbrotes mal zu beschreiben, also dachte ich mir, mache ich einen Blogpost daraus. Das Backen mit Sauerteig ist gar nicht so kompliziert wie man im ersten Moment fürchtet. Viele trauen sich nicht an Sauerteig heran, so ging es mir auch. Aber im Endeffekt ist der Sauerteig eine ganz gutmütige und verdammt leckere Angelegenheit, die ihr bestimmt schnell lieben lernt, wenn ihr ihm eine Chance gebt! Aber schaut selbst!

Es waren einmal:
100 g Roggenmehl* und 100 g lauwarmes Wasser, die zu einem Brei verrührt wurden, mit einem feuchten Tuch abgedeckt und 24 Stunden in Ruhe an einem warmen Ort stehengelassen wurden.
Einen Tag später, etwa um die selbe Uhrzeit, wurde dieser Brei wieder mit 100 g Roggenmehl und 100 g lauwarmem Wasser gefüttert. Wieder feucht abgedeckt und an einem warmen Ort gelagert, durfte der Brei nochmals 24 Stunden schlafen.
Am dritten Tag wiederholte sich das Prozedere zum letzten Mal. Nun hieß es zwar nochmals 24 Stunden warten, aber in diesen 24 Stunden passierte großartiges: der Brei wurde schaumig, blasig, es arbeitete und roch säuerlich, aber sehr lecker: das Anstellgut war geboren und aktiviert! (Herzlichen Glückwunsch!)

Abrakadabra! {halten viele für schwierig oder unklar, ist aber tatsächlich gar nicht so besonders}:
Dieses frische Anstellgut kann sofort verwendet werden, aber es müssen immer (!) ein paar Löffelchen übergelassen werden, das dann in einem Schraubglas oder Tuppergefäß die Woche über im Kühlschrank ruht und schläft. Es kann auch ruhig mal zwei Wochen schlafen, aber wer es länger nicht anfüttern kann, beispielsweise weil er in Urlaub fährt, der kann sein Anstellgut einfrieren oder verkrümeln. Ersteres ist klar, letzteres bedeutet, man gibt so viel Roggenmehl hinzu und verreibt es zwischen den Fingern, bis das klebrige Anstellgut schön krümelig-trocken geworden ist. Somit kann es über einen längeren Zeitraum ruhen ohne kaputt zu gehen.
Hat man schon Anstellgut, das im Kühlschrank auf seinen Einsatz wartet, braucht es einen Tag, um backbereit zu werden, siehe unten.

Die Magie {die eigentlich gar nicht so magisch ist wenn man sie erstmal drauf hat, einen Hexenkessel brauchts auch keinen}:
Am Vortag des Backens nehme man für ein Brot von etwa anderthalb Kilo (und bitte bedenken: dieser Schritt entfällt, wenn man das Anstellgut frisch gemacht hat, Beschreibung s.o.):
- Anstellgut (das komplette)
- 100 g Roggenmehl (Type 1150)
- 100 g Wasser
Das alles wird verrührt und etwa 16-24 Stunden, ruhig auch auf dem Fenstersims, bei Zimmertemperatur gehen lassen. Aus einer pastenartigen Konsistenz wird innerhalb 24 Stunden Dank fleißiger Milchsäurebakterien ein fluffiger, blubbriger, auch manchmal etwas schaumiger "Kleister". Sehr klebrig und zäh, und aber auch soooo gut. Er darf auch säuerlich riechen - muss sogar. Allerdings darf er nicht (scharf) nach Essig oder gar Erbrochenem riechen, auch nicht chemisch. Wie er riecht, da beschreibt es jeder anders. Die einen sagen, es hat was von Apfelmus, andere finden, es riecht schon nach Essig, aber eben nicht so, dass es einen zum Husten bringt. ;P Ich finde, er riecht einfach super, ich mag den Geruch total.
Solange ihr nicht hintenüber kippt und die Konsistenz stimmt, ist alles in bester Ordnung und die Bakterien haben ihre gute Arbeit verrichtet. :)

Dieses Zusammenrühren sieht in meiner Küche so aus:
Den Vortag darf er gefüttert und angerührt immer auf meinem Fenstersims stehen und sich von der Sonne wärmen lassen (die, als ich die Fotos gemacht habe, nicht wirklich da war ;P).

Die Verwandlung vom Frosch zum Prinzen {Naja.. so ungefähr eben ;) }:
Am Backtag nehmt ihr euer Anstellgut, das nun hoffentlich blubberig und deutlich "cremiger" geworden ist und füllt als Erstes etwas in euer Schraubglas ab.
So habt ihr für die nächste Woche wieder genug Starter, den ihr wieder mit 100 g Roggenmehl und 100 g Wasser für den nächsten Backtag füttert. Das macht ihr Woche für Woche, Monat für Monat (ich z.B. seit fünf Monaten), und ihr werdet merken, euer Anstellgut wird immer besser, kräftiger, "sanft-saurer" und bombastischer!

Abgesehen von eurem Anstellgut braucht ihr folgende Zutaten für euer Brot:
- 500 g Weizenmehl (Type 1050)
- 250 g Roggenmehl (Type 1150)
- 150 g Sonnenblumenkerne (gerne auch halb/halb mit Kürbiskernen)
- 650 g Flüssigkeit (Achtung, hier gilt das Anstellgut schon als Flüssigkeit!)
- 20 g Salz
- 1-2 TL Brotgewürz
Hierzu sei gesagt: als Flüssigkeit könnt ihr z.B. Buttermilch nehmen oder auch Wasser. Ihr könnt natürlich nur Wasser nehmen, ihr könnt auch nur Buttermilch nehmen. Ich für mich mag 250 ml Buttermilch ganz gerne. Aber das ist alles Geschmackssache und eine Sache des ausprobierens. Ich habe vier Monate gebraucht, um das für mich perfekte Brot zu backen. Auch das ist normal. (Und macht auch Spaß!)
Oben steht, ihr braucht 650 g Flüssigkeit, das Anstellgut gilt auch. Das mag im ersten Moment verwirrend klingen, ist es aber nicht. Stellt euch einfach vor, ihr habt 250 g Buttermilch und 200 g Anstellgut. Fehlen also noch 200 g Flüssigkeit, die dann, wenn ihr nicht noch mehr Buttermilch habt oder wollt, Wasser wären. Soweit klar, oder?
Außerdem gebe ich persönlich gerne auch eine Ecke von frischer Würfelhefe dazu. Ich habs mal gewogen, das sind 2 g, die ich dazu krümle. Ich mag eigentlich keine Hefebrote (mehr), da sie so sehr nach Hefe schmecken und schnell(er) schimmeln. Trotzdem tut diese Ecke Hefe dem Sauerteigbrot wahnsinnig gut, es gibt ihm nochmal den letzten Schwung, richtig aufzugehen, macht das Innenleben außerdem noch ein wenig fluffiger und großporiger.

Hier die Zusammenstellung, bevor ihr den Teig knetet:
Alles zusammen in eine Schüssel (oder Teigknetmaschine, Thermomix etc, was ihr eben so habt, natürlich könnt ihr auch per Hand kneten, alles kein Problem, nur etwas anstrengender (gibt aber schöne Oberarme!). Sieben Minuten verkneten, dann eine halbe Stunde abgedeckt in einer bemehlten Schüssel gehen lassen.
Danach rundwirken (ein tolles Anleitungsvideo gibt es hier) und in einem Garkörbchen oder in einer bemehlten Schüssel etwa 3 Stunden gehen lassen.
Ich lasse eines immer im Garkörbchen gehen und das andere knete ich Freestyle. ;)
Nach besagten drei Stunden wird der Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vorgeheizt (wenn die Brote nebeneinander liegen. Sind sie allerdings auf zwei Schienen verteilt, braucht es Umluft). Die Brote werden vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt, die Oberfläche eingeschnitten und mit Wasser besprüht. Ich habe hierzu eine Blumenspritz"pistole" und sprühe die Brote über die gesamte Backzeit immer mal wieder ein, etwa vier, fünf Mal in Summe. Außerdem stellt man eine feuerfeste Schüssel mit Wasser in den Ofen, damit die Luft im Ofen feucht bleibt, ergo die Brote nicht trocken werden.
25 Minuten werden die Brote nun volle Pulle auf 250°C gebacken, danach wird der Ofen auf 180°C runtergeschaltet und bäckt (backt?!) die Brote weitere 35 Minuten fertig. Und das Haus duftet so wahnsinnig toll nach frischem Brot, sodass jedem das Wasser im Mund zusammen läuft. NomNomNom!
Klingelt der Wecker, könnt ihr die Brote am Schluss in die behandschuhte (! :D) Hand nehmen und ihm auf den Boden klopfen. Klingt dieser hohl, ist das Brot fertig. Aber nach der Backzeit sollte es das auf jeden Fall sein. ;)

Es ist schwer, die Brote erst noch ordentlich abkühlen zu lassen ehe man sie anschneidet und probiert. Ich backe immer zwei Brote á 1 Kilo, das lohnt sich für unsere 5köpfige Familie in jedem Fall (daher füttere ich mein Anstellgut auch wöchentlich mit 200 g Mehl und 200 g Wasser).
Das erste Brot ist nach dem Abendessen schon immer auf die Hälfte geschrumpft, das zweite Brot schneide ich, wenn es ganz abgekühlt ist, mit der Brotschneidemaschine in Scheiben und friere es ein. Morgens holen wir die Scheiben aus dem Tiefkühler und legen sie auf ein sauberes Geschirrtuch. Hier können sie 15-20 Minuten auftauen und sind dann tatsächlich wie frisch gebacken, sogar die Kruste ist noch knackig. Lecker!

Und nun das Rezept nochmal im Ganzen:
Am Vortag:
Das Anstellgut mit 100 g Roggenmehl und 100 g Wasser verrühren und ca. 16-24 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.

Am Backtag (und bitte nicht vergessen, heute etwas Anstellgut für nächste Woche beiseite zu stellen!):
500 g Weizenmehl
250 g Roggenmehl (oder statt dieser beiden eben spezielles Brotmehl aus dem Mühlenladen)
150 g Sonnenblumenkerne (und/oder Kürbiskerne)
650 g Flüssigkeit (= Anstellgut sowie Wasser und/oder Buttermilch)
20 g Salz
2 g frische Würfelhefe
1-2 TL Brotgewürz
ca. 7 Minuten verkneten und 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. Danach rundwirken und im Garkörbchen, einer bemehlten Schüssel oder Freestyle zum Brot geknetet, drei Stunden gehen lassen.

Dann vorsichtig auf ein Backblech legen, Oberfläche einschneiden und mit Wasser besprühen.

Ofen vorheizen, eine feuerfeste Form mit Wasser in den Ofen stellen. Das Brot 25 Minuten bei 250°C backen, danach die Temperatur auf 180°C drosseln und weitere 35 Minuten fertigbacken. Immer mal wieder mit Wasser besprühen.
Übrigens: möchtet ihr Freunden, Familie, Kollegen (etc) ebenfalls Sauerteigstarter (aka Anstellgut) zukommen lassen, dann füttert euer Anstellgut entsprechend. Möchtet ihr beispielsweise einer Freundin etwas mitgeben, dann füttert euer Anstellgut nach Rezept, mit 100 g Roggenmehl und 100 g Wasser. Lasst die Milchsäurebakterien über Nacht ihren großartigen Dienst tun und knappst am nächsten Tag, wenn alles schön blubberig ist, die zugefütterten 200 g ab. Schon hat eure Freundin (Familie, Kollege, etc) Anstellgut und kann sofort mit dem backen loslegen. :)

Falls ihr euch nun an Sauerteig herantraut, würde ich mich über Feedback total freuen! Erzählt mir, wie schmeckt es euch, wie kamt ihr zurecht? Sind meine Erklärungen hilfreich?


*Anm. d.R.: Es gibt auch einen Weizen- und einen Dinkelsauerteig, aber ich bin Team Roggen. ;)

Kommentare:

  1. sieht echt lecker aus . aber iwie bin ich jzt ziemlich verwirrt vor lauter anstellgut und aus die seite stellen ..

    jzt mal angenommen ich mache einmalig ein brot . muss ich dann auch ein paar löffel auf die seite geben .?
    das anstellgut besteht eigentlich aus 4 tagen (soweit ich da richtig folgen konnte) bis ich am 4. tag das brot backen kann oder .?

    danke auf jeden fall . für die ausführliche beschreibung . ich hoffe mir gelingt's ;)

    liebe grüße

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    1. Hallo Sarah,
      ich weiß nicht ob es sich für einmalig wirklich lohnt. Ich glaube, der Sauerteig ist einfach fürs mehr oder weniger regelmäßige Backen gedacht. Einfach auch wegen der ganzen Vorbereitung. Einmalig 4 Tage warten bis man die "Anstellgutkultur" hat, und dann wöchentlich (oder 2wöchentlich) das anfüttern und am nächsten Tag backen.
      Wenn Du es aber ausprobieren möchtest, kannst Du es natürlich trotzdem gerne probieren und entweder alles Anstellgut nehmen, Reste verschenken oder einfrieren, falls Du doch auf den Geschmack kommst oder ab und zu ein Sauerteigbrot backen möchtest. :)

      Liebe Grüße,
      Nina

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  2. Vielen, lieben Dank für die ausführliche Anleitung!! - nun trau` auch ich mich :-)
    Mit dem "anfüttern" erinnert mich das Ganze an den Herrmann-Teig. Aber ich bin nun sehr neugierig geworden, denn bisher habe ich nur unsere hellen Brote und Brötchen gebacken. Viele Grüße, Jana

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    1. Gerne doch!
      Ich habe selbst viel gegoogelt und anderen, die schon Erfahrung damit hatten, Löcher in den Bauch gefragt.
      Es klingt einfach so irre kompliziert bzw. verwirrend. Aber eigentlich ist es das gar nicht.
      Man muss sich herantrauen, das in jedem Fall, und man muss auch erst einmal ein Gefühl und das Verständnis dafür kriegen, was die Milchbakterien mit dem Anstellgut machen. Wie der Teig reagiert, wie es einem am besten schmeckt - aber es macht Spaß, Woche für Woche probiere ich noch immer aus. Aktuell habe ich mir zB einen Pizzastein geholt auf dem man auch Brote backen kann. Ich weiß noch gar nicht, wie die Brote darauf "reagieren", ob es sich auf die Backzeit auswirkt und und und. Ich bin gespannt! :)

      Viele Grüße,
      Nina

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  3. Ninchen, das ist mega-spitzen-ober-genial, Danke für deine Mühe und den liebevollen Bericht, ich kann es kaum erwarten, mit dem Brotbacken zu beginnen!!!! Dicken fetten Bussi!!!!

    Anja

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    1. :) Habs doch versprochen. Ich gebe auch zu, ich war anfänglich auch verwirrt und muss auch heute noch ab und zu googeln wenn mir was unklar ist. Diese Woche zB hat mein Anstellgut "anders" reagiert als sonst, ist nicht ganz so blubberig geworden. Kann sein, dass es ihm zu kalt war, kann sein, dass ich es nicht richtig aktivieren konnte nach dem aufwecken - hatte es verkrümelt, als wir in Urlaub gefahren sind. Jetzt habe ich gegoogelt, dass ich eine Hefeführung machen sollte. Da bin ich nun auch wieder etwas verwirrt, aber Google findet eigentlich auf alles eine Antwort. Außerdem gibt es ein tolles Sauerteig-Forum (http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/intro.php), also ganz alleine und aufgeschmissen ist man definitiv nicht. :D
      Ich bin gespannt was Du davon hälst!! :)

      Liebe Grüße!

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  4. Habe heute nach deiner Anleitung gebacken, das erste Mal Brot überhaupt. Hatte Anstellgut von einer Kollegin bekommen, dieses gestern angefüttert und heute dann gebacken. Ein normal großes Brot und ein kleineres kamen bei raus. Habe das kleinere gerade angeschnitten und probiert und es schmeckt super!! Werde das bestimmt jetzt öfter machen, muss mir aber dringend so ein Garkörbchen und eine Sprühflasche besorgen, die Brote sind schon ein klein bisschen unförmig und das Wasser mit den Händen aufs Brot spritzen ist auch nicht so das Wahre, aber sonst bin ich super zufrieden, dass es gleich beim ersten Mal so toll geklappt hat!! Danke für die tolle Anleitung! :-D

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    1. Hallo Jule, Danke für Deine Rückmeldung! Das freut mich total dass Du es auch ausprobiert hast! :)
      Ich könnte Dir in Stutensee-Friedrichstal einen tollen Mühlenladen vorschlagen, dort habe ich mein Garkörbchen auch gekauft. (http://www.fesenmeyer.de/)
      Dort kaufe ich auch meine Mehle, die haben tolles Brotmehl (10 Kilo kosten zwischen 5 und 5,80 €). Auerdem kaufe ich da auch meine Körnchen, das Brotgewürz etc. Die Preise sind super!
      Ja, das stimmt, mit der Hand ist es nicht so dolle, aber Sprühflaschen gibts ja auch gerade zu dieser Jahreszeit überall. Baumärkte, Gartencenter, Edeka, Rewe, Kik, etc, die kosten alle um 1 € herum.
      Das Tolle ist: das Anstellgut wird immer besser! Mittlerweile gebe ich sogar etwas mehr Wasser hinzu (statt 100 ml etwa 120, 130), ich habe auch gerade heute wieder gebacken und ja doch, es wird immer besser. Wie ein guter Wein! :D
      Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim backen!

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  5. Hallo Nina!
    Oje... Eigentlich ne tolle Anleitung, und nun habe ich mich doch verrechnet...
    Ich habe den Teig am Donnerstag um 19.00 Uhr angesetzt. Freitag gefüttert, Samstag gefüttert... heute wollte ich eigentlich backen, aber nun merke ich (bereitet mir schlaflose Nächte dieser Teig ;)), dass ich heute ja nochmal bis 19 Uhr warten muß - und nicht von gestern gerechnet 16-24 h, wie mit fertigem Anstellgut?! - !?
    Dann schaffe ich es zeitlich nicht, heute mein Brot zu backen!
    Oder kann ich:
    a) die Zeit des ersten Anstellgutes einfach verkürzen - ein bißchen säuerlich riecht es ja schon... - und heute Mittag mein Brot machen?
    oder
    b) das komplette Anstellgut gegen 18 Uhr in den Kühlschrank stellen (2 Gefäße = ein paar Teelöffel für nächste Woche und den Rest für morgen) und Montag Vormittag in Ruhe mein Brot backen (einfach die restlichen Zutaten dazugeben und ggf. mehr Zeit geben, da der Vorteig ja aus dem Kühlschrank kommt und viell. erst Zimmertemperatur erreichen muß?)?
    oder muß ich
    c) nochmal von vorne anfangen?
    oder hast Du
    d) eine andere Lösung?
    Ich hoffe, Du liest das heute und weißt Rat! :)
    Liebe Grüße

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    1. Hallo "Anonym". :)

      Du kannst ruhig heute backen! Ich denke, die paar Stunden reißt es nicht raus. :) Packe Dir nur 1, 2 EL für nächste oder übernächste Woche beiseite - je nachdem, wann Du wieder backen möchtest.
      Ich selbst habe nun wegen der Schulferien seit 3 Wochen nicht mehr gebacken und mein Anstellgut gerade heute nochmal mit 1 EL Mehl und 1 EL Wasser gefüttert und umgerührt. Es ist sehr widerstandsfähig, aber ich denke, die paar Stunden die nun fehlen, reißen es nicht raus. Ich würde backen! :)

      Viel Spaß und gutes Gelingen!!

      Liebe Grüße,
      Nina

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  6. Hi, dein Bericht ist wirklich sehr ausführlich und gut geschrieben.

    Eine Frage bleibt aber trotzdem offen. Wenn ich jetzt Anstellgut vom letzten Mal über habe und das für den nächsten Tag aktivieren will, reichen dann 100g Wasser und 100g Mehl?? Ich mein ob dann die Menge des dadurch entstehenden Anstellguts zum Backen reicht..

    Lg Steffi

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    1. Hallo Steffi,

      ja, das reicht! :) Du kannst natürlich, je nach Geschmacksintensität, gerne auch 150g Mehl + 150ml Wasser nehmen, da kannst Du ausprobieren wie intensiv Du Dein Brot möchtest. Mehr als 400 g Anstellgut (also 200/200) würde ich aber nicht nehmen. Wenn Du allerdings 400 g Anstellgut nimmst, vergiss nicht, dass Du dann nur noch 250 g "andere Flüssigkeit" brauchst - Wasser, Buttermilch oder ein Gemisch aus beidem. Und die Ecke Hefe darf nicht fehlen.
      Und immer noch ein paar Eßlöffel Anstellgut fürs nächste Mal aufheben! :)

      Liebe Grüße,
      Nina

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  7. So - nun hab ich es ENDLICH auch mal geschafft :-) die Anleitung ist super - ich hab Roggen-Vollkornmehl für den Sauerteig genommen, mich beim ersten Brot aber ansonsten an Deine Mehlangaben gehalten, nur die SB-Kerne weggelassen und die Flüssigkeit komplett in Buttermilch genommen. Das Brot ist sehr kompakt und feinporig geworden - aber geschmacklich gut. Für meinen allerersten Sauerteigversuch überhaupt bin ich super zufrieden und freue mich schon, mich an "unser" perfektes Brot heranzutasten :-) Vielen Dank für Deine Mühe und Deine Geduld auf meine gefühlten 100 Fragen :-P
    Ach da fällt mir gerade noch ein: muß ich beim Füttern jetzt immer bei diesem Mehl bleiben oder kann ich auch anderes Mehl zufüttern? Also von Roggen-VK-Mehl auf z.B. dunkles Roggenmehl umstellen?
    LG
    Tina

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    1. Hi Tina :)
      Angeblich geht es, aber frag da lieber mal Silke.. Damit kenne ich mich nicht auf. Normalerweise sollte es aber funktionieren! Nur würde ich einem Roggenanstellgut kein Weißmehl zufüttern, aber von Roggen-VK auf dunkles sollte gehen. An welches hast Du denn gedacht?

      LG :)

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  8. Liebe Nina!
    Ich bins "Anonym" :)
    Ich möchte mich bei Dir bedanken für die Ermutigung mein Brot trotz der fehlenden Zeit zu backen! Vielen Dank! Das erste Brot war zwar ziemlich fest und hatte auch überhaupt keine Lust aufzugehen... aber gleich das nächste war viel besser :) Inzwischen backe ich alle eine bis zwei Wochen Brot und es ist echt lecker! Die Kerne im Brot sind nich so unsere. Ich variiere stattdessen indem ich das Brot von außen mit Sesamkörnern, Haferflocken oder einfach nur Mehl.... Es gibt also ständig ein anderes Brot auch mal mit wechselnden Mehlanteilen, aber immer auf Basis Deines Rezeptes und es ist toll!!! Vielen Dank und Dir und Deiner Familie eine tolle Weihnachtszeit!
    Liebe Grüße "Anonym" :)

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    1. Hallo "Anonym",

      so schön wieder von Dir zu lesen! Vielen Dank für Deinen Nachtrag, ich freue mich immer zu hören wie es denn gelaufen ist. Umso mehr freue ich mich natürlich auch, dass es gelungen ist. :)
      Seit einigen Wochen lasse ich Kerne auch komplett raus, das tut dem Ganzen keinen Abbruch, da kann man nach Lust und Laune gehen.
      Ich bin Mittwoch auch wieder dran mit backen. Mittlerweile halte ich mir auch keines mehr im Brotkorb, da es den Tag nach dem backen schon eine weiche Krust hat. Ich lasse beide Brote nach dem Backen auskühlen, schneide sie dann in Scheiben (ich habe mir damals für 20 € eine Brotschneidemaschine bei Penny gekauft - die ist jeden cent wert!) und friere die Brote dann ein.
      Morgens hole ich die einzelnen Brotscheiben raus, lege sie auf ein frisches Geschirrtuch und lasse sie 20 Minuten auftauen. Wenn es schnell gehen muss, dann toaste ich sie schnell auf.
      Aber sie sind - egal ob aufgetoastet oder einfach nur aufgetaut - noch genauso knackig wie frisch nach dem Backen, ich liebe das! :)

      Und wirklich, das Anstellgut wird von Mal zu Mal besser. Meines habe ich nun seit Januar im Gebrauch, es wird immer intensiver, das Brot immer fluffiger und besser.

      Ich freue mich sehr, dass es bei Dir auch so gut geklappt hat!

      Auch Dir und Deiner Familie eine wunderschöne Weihnachtszeit! :)

      Liebe Grüße,
      Nina

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